Im Interview: Peter Lachenit, Bereichsleiter Marketing & Produktmanagement nordiska GmbH

Im Interview: Peter Lachenit, Bereichsleiter Marketing & Produktmanagement nordiska GmbH

Peter Lachenit von nordiska im Interview

Seit mehr als 20 Jahren beschäftigt sich Peter Lachenit beruflich mit Schuhen. Nach Stationen bei ara und weiteren Unternehmen der Branche verantwortet er heute bei nordiska die Bereiche Marketing und Produktmanagement. Im Interview berichtet er, warum Gesundheitstage für nordiska eine wichtige Rolle spielen, welche Erkenntnisse Lauf- und Ganganalysen liefern können und weshalb das Unternehmen inzwischen auf ein eigenes easy2go-System setzt.

molibso: Du beschäftigst dich inzwischen seit mehr als 20 Jahren beruflich mit Schuhen. Hättest du zu Beginn deiner Karriere gedacht, dass dich dieses Thema einmal so lange begleiten würde?

Peter Lachenit: Nein, überhaupt nicht. Ich bin privat nicht einmal besonders modeinteressiert. Trotzdem bin ich irgendwie bei den Schuhen, oder besser gesagt bei den Füßen, hängen geblieben. Die fundierte Ausbildung und meine Erfahrungen bei ara haben mir beim Wechsel zu nordiska natürlich sehr geholfen. Denn auch wenn nordiska heute weit mehr als Schuhe anbietet, sind Schuhe ein Teil unserer DNA. Inzwischen beschäftigen wir uns unter anderem mit Einwegprodukten, OP-Tischen und vielen weiteren Lösungen für die Gesundheitsversorgung. Der Schritt vom Konsumgut Damenschuh zum medizinischen Berufsschuh war für mich deshalb besonders spannend.

Heute setzen wir uns sehr intensiv mit den Belastungen auseinander, denen Pflegekräfte und andere Beschäftigte im Gesundheitswesen täglich ausgesetzt sind. Unser Anspruch ist es, ihren Arbeitsalltag sicherer und ergonomischer zu gestalten. Dabei ist der passende Schuh ein sehr wichtiger Baustein. Mit Angeboten wie der Fußvermessung und Fußanalyse gehen wir noch einen Schritt weiter. Dass mich das Thema nach mehr als 20 Jahren immer noch begleitet und weiterentwickelt, finde ich ziemlich cool.

molibso: Gibt es etwas, worauf du heute bei einem Schuh achtest, das für dich zu Beginn deiner Karriere noch keine Rolle gespielt hat?

Peter Lachenit: Definitiv. Früher gab es für mich bei Schuhen im Grunde nur zwei Kategorien: schön oder nicht schön. Heute betrachte ich einen Schuh deutlich funktionaler und technischer.

Schon bei ara habe ich gelernt, wie entscheidend Komfort, unterschiedliche Weitensysteme, Wechselfußbetten und weitere funktionale Eigenschaften sein können. Heute achte ich deshalb sehr genau auf die Verarbeitung, die Passform und den konkreten Nutzen eines Schuhs. Ich schaue mir an, wie er aufgebaut ist und ob er wirklich zu den Anforderungen des Trägers und seines Arbeitsalltags passt. Diesen Blick hätte ich ohne meine berufliche Erfahrung wahrscheinlich nie entwickelt.

Der Wechsel war nie das Ziel

molibso: Gerade im Marketing wird der Arbeitgeber eher häufiger gewechselt. Warum bist du der Branche und deinen Arbeitgebern so lange treu geblieben?

Peter Lachenit: Es stimmt, dass gerade im Marketing häufig und relativ schnell gewechselt wird. Für mich war aber nie der Wechsel an sich das Ziel. Entscheidend ist, ob ich mich weiterentwickeln, neue Verantwortung übernehmen und wirklich etwas bewegen kann. Nach meiner Ausbildung bei ara war irgendwann der richtige Zeitpunkt für den nächsten Schritt. Mit nordiska habe ich einen jungen, dynamischen Arbeitgeber in einer sehr spannenden Branche gefunden. Ich habe hier kontinuierlich neue Aufgaben und mehr Verantwortung übernommen. Gleichzeitig entwickeln sich das Unternehmen, unser Markt und unsere Themen ständig weiter. Dadurch wird es nicht langweilig und ich lerne immer wieder dazu.

Über einen grundsätzlichen Branchenwechsel habe ich seitdem tatsächlich nicht ernsthaft nachgedacht. Die Gesundheitsbranche ist fachlich enorm spannend und zugleich sinnstiftend. Wir arbeiten an Lösungen, die den Alltag von Menschen in der Gesundheitsversorgung konkret verbessern können. Das motiviert mich. Deshalb hoffe ich, dass ich die weitere Entwicklung von nordiska noch lange mitgestalten und meinen Beitrag dazu leisten kann.

molibso: Du bist 2018 zu nordiska gewechselt. Was hat dich damals an der neuen Position gereizt und warum war gerade zu diesem Zeitpunkt der richtige Moment für eine berufliche Veränderung?

Peter Lachenit: Bei ara durfte ich bereits das Marketing leiten und habe in einem großen, traditionsreichen Unternehmen sehr viel gelernt. Gleichzeitig war irgendwann der Punkt erreicht, an dem ich gemerkt habe: Ich brauche noch einmal eine neue Perspektive. Ich hatte dort meine Ausbildung gemacht, berufsbegleitend studiert und anschließend verschiedene Stationen durchlaufen. Nach so vielen Jahren war es einfach Zeit, das Gelernte in einem neuen Umfeld einzusetzen. An nordiska hat mich genau das Gegenteil eines großen, traditionellen Konzerns gereizt: ein junges, dynamisches Unternehmen mit kurzen Entscheidungswegen, einer sehr nahbaren Geschäftsführung und dem klaren Willen, etwas zu bewegen. Ich war direkt der Geschäftsführung unterstellt, konnte strategische Fragen mitdiskutieren und gleichzeitig sehr operativ arbeiten. Diese Mischung liegt mir bis heute.

Besonders spannend war für mich der direkte Kontakt zum Gesundheitswesen. Durch viele gemeinsame Termine mit unserem Außendienst war ich von Anfang an regelmäßig in Krankenhäusern unterwegs und habe unsere Kunden und ihre Arbeit sehr schätzen gelernt. Wir entwickeln Lösungen für Menschen, die täglich für andere da sind. Das gibt der eigenen Arbeit einen besonderen Sinn. Rückblickend hätte ich mir den Wechsel kaum besser vorstellen können.

molibso: Heute verantwortest du bei nordiska sowohl das Marketing als auch das Produktmanagement. Wo ergänzen sich diese beiden Bereiche aus deiner Sicht besonders gut?

Peter Lachenit: Für mich gehören Marketing und Produktmanagement unmittelbar zusammen. Ich bin ursprünglich über die Kommunikation gekommen, habe Marketing aber relativ schnell größer verstanden. Es geht nicht nur darum, ein vorhandenes Produkt gut zu erklären. Die entscheidende Frage beginnt viel früher: Wie muss ein Produkt überhaupt aussehen, damit es die tatsächlichen Bedürfnisse der Zielgruppe erfüllt?

Im Produktmanagement sind wir deshalb viel unterwegs und hören unseren Kunden sehr genau zu. Als Großhändler und Lösungsanbieter können wir flexibel reagieren, passende Produkte in unterschiedlichen internationalen Märkten finden und für den deutschen Gesundheitsmarkt verfügbar machen. Gleichzeitig müssen wir verstehen, welchen konkreten Nutzen eine Lösung Ärzten, Pflegekräften oder OP-Teams bietet und wie wir diesen verständlich vermitteln.

Gutes Marketing funktioniert nur, wenn man die Zielgruppe und das Produkt wirklich versteht. Umgekehrt kann Produktmanagement nur dann erfolgreich sein, wenn es die Anforderungen des Marktes kennt. Das zeigt sich auch bei der Entwicklung von Schuhen: Wenn wir durch Kundentermine, Fußvermessungen und Analysen die Bedürfnisse der Menschen besser verstehen, können wir passendere Produkte entwickeln, fundierter beraten und deren Vorteile anschließend auch glaubwürdig kommunizieren.

Der Einfluss des richtigen Schuhwerks auf den Arbeitsalltag wird häufig noch unterschätzt

molibso: Viele Pflegekräfte, OP-Teams und andere Mitarbeitende im Gesundheitswesen stehen täglich mehrere Stunden auf den Beinen. Wird die Bedeutung von passendem Schuhwerk und Fußgesundheit noch immer unterschätzt?

Peter Lachenit: Ja, aus meiner Sicht deutlich. Gerade im Gesundheitswesen verbringen viele Beschäftigte einen großen Teil ihres Arbeitstages im Stehen oder legen enorme Distanzen zurück. Trotzdem wird häufig noch unterschätzt, welchen Einfluss das richtige Schuhwerk auf den Arbeitsalltag haben kann.

Im OP ist das Bewusstsein dafür bereits stärker ausgeprägt. Dort werden Berufsschuhe häufig vom Arbeitgeber bereitgestellt, weil neben Ergonomie und Passform auch Anforderungen an Reinigung, Hygiene und elektrostatische Eigenschaften berücksichtigt werden müssen. Aber auch auf den Stationen ist geeignetes Schuhwerk ein wichtiges Thema. Dort laufen die Beschäftigten oft noch deutlich mehr, gleichzeitig tragen viele private Schuhe, die kaum auf diese Belastung und den professionellen Einsatz ausgelegt sind. Auch aus Sicht der Arbeitssicherheit kann das problematisch sein.

Deshalb setzen wir auf ein breites Angebot mit unterschiedlichen Passformen, Wechselfußbetten und Möglichkeiten zur Verwendung orthopädischer Einlagen. Unser Ziel ist es, für unterschiedliche Füße und Tätigkeiten eine möglichst passende Lösung anzubieten. Langfristig wäre es aus meiner Sicht sinnvoll, wenn Arbeitgeber nicht nur im OP, sondern auch auf den Stationen stärker Verantwortung für geeignetes Berufsschuhwerk übernehmen würden. In einer so laufintensiven Branche gibt es hier noch viel Potenzial.

molibso: Mit den Gesundheitstagen schafft ihr einen Anlass, damit sich Beschäftigte auch mit ihrer eigenen Gesundheit beschäftigen können. Welche Rolle spielt dabei die Fuß- und Ganganalyse?

Peter Lachenit: Die Fuß- und Ganganalyse ist ein zentraler Bestandteil unserer Gesundheitstage. Sie ermöglicht uns, nicht einfach irgendeinen Berufsschuh zu empfehlen, sondern für jeden Teilnehmer möglichst individuell nach einer passenden Lösung zu suchen. Dafür vermessen wir die Füße und betrachten je nach eingesetztem System auch das Gangbild. In vielen Fällen finden wir bereits innerhalb unseres Sortiments einen passenden Schuh. Wenn darüber hinaus eine individuellere Versorgung erforderlich ist, können ergänzend auch passende Einlagen berücksichtigt werden.

Gleichzeitig schaffen die Gesundheitstage einen konkreten Anlass, sich mit der eigenen Fußgesundheit auseinanderzusetzen. Im normalen Arbeitsalltag wird dieses Thema häufig verdrängt, bis erste Beschwerden auftreten. Das Interesse an unseren Gesundheitstagen wächst, und wir werden zunehmend auch in größere Gesundheitstage von Krankenhäusern und anderen Einrichtungen eingebunden.

Für Arbeitgeber ist das ein wichtiges Signal an die Beschäftigten: Eure Gesundheit und eure Arbeitsbedingungen sind uns nicht egal. Gerade angesichts des Fachkräftemangels sollten wir alles daransetzen, die vorhandenen Pflegekräfte und Beschäftigten bestmöglich zu unterstützen und gute Voraussetzungen für einen möglichst beschwerdearmen Arbeitsalltag zu schaffen.

Peter Lachenit, nordiska_2

„Genau so muss sich ein Schuh anfühlen.“

molibso: Sowohl mit dem Fit Trailer als auch mit dem easy2go seid ihr regelmäßig direkt bei Krankenhäusern und anderen Einrichtungen vor Ort. Gibt es Rückmeldungen oder Aha-Momente, die euch bei diesen Einsätzen immer wieder begegnen?

Peter Lachenit: Ein wiederkehrender Aha-Moment entsteht bereits bei der Standanalyse. Gerade bei Mitarbeitenden im OP sehen wir, wie stark und wie lange die Füße im Arbeitsalltag belastet werden. Darauf können wir in der anschließenden Beratung sehr gezielt eingehen.

Auch die Ganganalyse sorgt bei vielen Teilnehmenden für Überraschungen. Bestehende Einschränkungen oder Beschwerden können sich auf das Gangbild auswirken, beispielsweise indem unbewusst eine Schonhaltung eingenommen wird. Für viele ist es spannend, die eigenen Bewegungsabläufe einmal sichtbar gemacht zu bekommen und Zusammenhänge besser nachvollziehen zu können.

Der schönste Moment ist für uns aber häufig ein ganz unmittelbarer: Jemand probiert nach der Analyse ein empfohlenes Modell an und sagt sofort: „Genau so muss sich ein Schuh anfühlen.“ Durch die Messung kommen wir schneller zu einer fundierten Auswahl und können gezielter nach dem Schuh suchen, der zu den individuellen Anforderungen passt. Die positiven Reaktionen zeigen uns immer wieder, dass wir mit diesem Ansatz auf dem richtigen Weg sind.

molibso: Seit 2022 arbeiten nordiska und molibso zusammen. Was hat euch ursprünglich überzeugt, die Fuß- und Ganganalyse in euer Beratungsangebot aufzunehmen?

Peter Lachenit: Auf molibso aufmerksam geworden bin ich durch ein Partnerunternehmen, das mir die Systeme empfohlen hat. Nachdem ich mir die Technik und die Analysemöglichkeiten genauer angesehen hatte, war ich schnell überzeugt.

Im Vergleich zu den Verfahren, die ich bis dahin kannte, eröffnet die Kombination aus Stand- und Ganganalyse eine deutlich umfassendere Betrachtung. Ein statischer Fußabdruck oder Scan liefert bereits wichtige Informationen. Wenn zusätzlich das Gangbild betrachtet wird, entsteht jedoch ein wesentlich differenzierteres Gesamtbild.

Genau das entspricht unserem Anspruch bei nordiska: Wir möchten nicht einfach nur Schuhe anbieten, sondern innovative technische Möglichkeiten nutzen, um Pflegekräften, OP-Teams und weiteren Beschäftigten eine möglichst fundierte Empfehlung geben zu können. Wir wollen in unserer Beratung einen Schritt voraus sein und die verfügbaren Möglichkeiten konsequent ausschöpfen. Deshalb hat das System sehr gut zu unserem Zielbild gepasst, und ich war von Beginn an begeistert von der Idee, die Analyse in unser Angebot zu integrieren.

molibso: Gibt es etwas, das ihr durch die Einsätze mit den Systemen gelernt habt und das euch heute in der Beratung anders arbeiten lässt als früher?

Peter Lachenit: Wir haben durch die Einsätze sehr viel über das Stand- und Laufverhalten von Beschäftigten im Gesundheitswesen gelernt. Gerade bei OP-Kräften spielt langes Stehen eine besondere Rolle. Dabei sehen wir beispielsweise immer wieder, wie wichtig eine geeignete Dämpfung, insbesondere im Fersenbereich, sein kann.

Der größte Unterschied zu früher ist aber, dass unsere Empfehlung heute auf einer deutlich breiteren Grundlage beruht. Statt ausschließlich nach Schuhgröße, persönlichem Eindruck oder allgemeinen Erfahrungswerten zu beraten, können wir die individuelle Stand- und Gangsituation einbeziehen. Dadurch kommen wir gezielter zu einer Auswahl, die zum jeweiligen Menschen und seinem Arbeitsalltag passt.

Perspektivisch möchten wir außerdem prüfen, welche Erkenntnisse sich aus der Gesamtheit unserer Analysen für die Produktentwicklung ableiten lassen. Unser Ziel ist es, die nächste Generation unserer OP-Clogs noch gezielter an den tatsächlichen Anforderungen der Anwender auszurichten. Die Analysedaten sollen uns dabei helfen, wiederkehrende Bedürfnisse zu erkennen und daraus eine Lösung zu entwickeln, die möglichst viele davon sinnvoll zusammenführt. Selbstverständlich muss eine solche Auswertung datenschutzkonform und auf einer aggregierten Grundlage erfolgen.

Das easy2go bringt die Analyse direkt zu den Anwendern

molibso: Seit diesem Sommer besitzt ihr ein eigenes easy2go. Was war ausschlaggebend für den Kauf eines eigenen Systems?

Peter Lachenit: Zunächst haben wir mit dem Fit Trailer gearbeitet oder für einzelne Einsätze ein System von molibso ausgeliehen. Die Nachfrage nach unseren Analysen ist jedoch kontinuierlich gestiegen. Das Angebot spricht sich herum, wird weiterempfohlen und spielt auch in unserer eigenen Kommunikation eine immer größere Rolle. Deshalb war für uns irgendwann klar, dass wir ein eigenes, jederzeit verfügbares System benötigen. Unsere besondere Situation ist, dass wir kein klassisches Schuhgeschäft haben, in dem die Kunden dauerhaft zu uns kommen. Unsere Beratung funktioniert am besten, wenn wir zu den Menschen gehen, idealerweise direkt in das Krankenhaus oder sogar in die Nähe ihres Arbeitsplatzes im OP. So können sich Beschäftigte während einer Pause oder in einem freien Zeitfenster vermessen lassen, ohne dafür einen zusätzlichen Termin an einem anderen Ort einplanen zu müssen.

Dafür ist das easy2go ideal. Es lässt sich leicht transportieren, schnell aufbauen und bietet uns die grundlegenden Analyse- und Darstellungsmöglichkeiten, die wir für eine fundierte Beratung vor Ort benötigen. Wir können die Analyse direkt zu den Anwendern bringen, statt darauf zu hoffen, dass sie den Weg zu uns finden.

molibso: Welche Einsatzmöglichkeiten des easy2go habt ihr inzwischen entdeckt? Nutzt ihr es auch für interne Schulungen oder Forschungszwecke?

Peter Lachenit: Der wichtigste Einsatzbereich sind weiterhin Termine direkt bei unseren Kunden. Darüber hinaus nehmen wir das easy2go aber auch zu Messen, Kongressen und Gesundheitstagen mit. Dort ist die kostenlose Fuß- und Ganganalyse ein guter Anziehungspunkt und bietet gleichzeitig einen sinnvollen Gesprächseinstieg.

Auch intern haben wir das System bereits eingesetzt. Wir haben unsere Mitarbeitenden geschult und ihnen die Möglichkeit gegeben, sich selbst vermessen zu lassen. Das ist wichtig, weil man die Aussagekraft der Analyse und den Nutzen für die Beratung viel besser versteht, wenn man den Prozess selbst erlebt hat.

Für konkrete Forschungszwecke haben wir das easy2go bisher noch nicht eingesetzt. Langfristig ist es aber interessant zu untersuchen, ob sich in den Analysen wiederkehrende Muster oder besondere Anforderungen von Beschäftigten im Gesundheitswesen und speziell im OP erkennen lassen. Daraus könnten wertvolle Impulse für unsere Beratung und Produktentwicklung entstehen. Das System ist für uns daher weit mehr als ein Instrument für einzelne Events. Wir entdecken fortlaufend neue Möglichkeiten, es sinnvoll einzusetzen.

molibso: Wo siehst du Potenziale und Chancen für die weitere Zusammenarbeit zwischen nordiska und molibso?

Peter Lachenit: Ich sehe noch erhebliches Potenzial in der Zusammenarbeit. Ein konkretes Thema, an dem wir bereits arbeiten, ist ein orthopädisches Einlagensystem. Dabei können die Ergebnisse der Fuß- und Ganganalyse direkt in die Suche nach einer individuell passenden Lösung einfließen.

An molibso schätzen wir besonders die technische Kompetenz und die Expertise rund um Füße, Bewegung und Analyse. Diese ergänzt sich sehr gut mit unserem Wissen über die Anforderungen im Gesundheitswesen und unserem direkten Zugang zu Pflegekräften, OP-Teams und weiteren Anwendern.

Der nächste Schritt könnte beispielsweise darin bestehen, gemeinsam einen Schuh zu entwickeln, der noch konsequenter an den tatsächlichen Bedürfnissen in der Pflege oder im OP ausgerichtet ist. Durch die Verbindung von Analyse, Praxiserfahrung und Produktentwicklung ergeben sich viele Möglichkeiten. Deshalb sehe ich für die weitere Zusammenarbeit keine enge Grenze. Entscheidend ist, dass daraus Lösungen entstehen, die den Beschäftigten im Gesundheitswesen im Arbeitsalltag einen spürbaren Mehrwert bieten.

 

Sanitätshaus Vital erweitert Produktportfolio

Sanitätshaus Vital erweitert Produktportfolio

Sanitätshaus Vital

Das Hildener Sanitätshaus Vital war das erste Sanitätshaus, das unsere SANI-Software samt Hardware erworben hat. Nach jahrelanger intensiver Zusammenarbeit – etwa mit gemeinsamen Fotoshootings – entschieden sich die Inhaber nun dazu, ihr molibso-Produktportfolio zu erweitern. Daher haben wir sie kürzlich mit zwei Werkstatttools ausgestattet und helfen ihnen nun mit der vollständigen Integration ihrer bisherigen Betriebssysteme in unseren dyneos-Workflow.

Da wir uns über die künftige noch engere Zusammenarbeit sehr freuen, haben wir beim Team nachgefragt, was die Beweggründe dafür waren:

molibso: Warum habt ihr euch für die Erweiterung eurer bestehenden molibso-Ausstattung entschieden und was hat letztlich den Ausschlag für die neuen Systeme gegeben?

Sanitätshaus Vital: Für uns ist Digitalisierung kein Selbstzweck, sondern ein wichtiger Baustein für eine moderne und patientennahe Versorgung. Mit der Erweiterung unserer molibso-Ausstattung möchten wir unsere Prozesse noch flexibler gestalten und die digitale Einlagenversorgung künftig stärker in unseren Außendienst und direkt in Arztpraxen integrieren.Da wir mit dem bestehenden System bereits sehr gute Erfahrungen gesammelt haben, war für uns schnell klar, dass wir diesen Weg konsequent weitergehen möchten. Besonders überzeugt hat uns die Möglichkeit, moderne Technik, effiziente Abläufe und persönliche Betreuung sinnvoll miteinander zu verbinden.

molibso: Welche Vorteile erhofft ihr euch durch die neuen Systeme im Arbeitsalltag eures Teams sowie für eure Kundinnen und Kunden?

Sanitätshaus Vital: Die neuen Systeme geben uns vor allem mehr Flexibilität. Unser Ziel ist es, ausgewählte Versorgungsschritte künftig direkt vor Ort in der Arztpraxis durchführen zu können und die gewonnenen Daten anschließend nahtlos in unsere internen Prozesse zu übernehmen.
Damit schaffen wir kürzere Wege, schnellere Abläufe und eine noch engere Vernetzung zwischen Arztpraxis, Außendienst und unseren Fachabteilungen.Für die Patientinnen und Patienten bedeutet das eine moderne, komfortable und möglichst unkomplizierte Versorgung. Gleichzeitig können wir unseren ärztlichen Partnern einen zusätzlichen Service bieten und sie im Versorgungsprozess noch besser unterstützen.

molibso: Ihr arbeitet bereits seit einiger Zeit mit dyneos SANI. Welche Erfahrungen habt ihr bisher gemacht und welche Rolle haben diese bei der aktuellen Investitionsentscheidung gespielt?

Sanitätshaus Vital: Die bisherigen Erfahrungen haben uns gezeigt, welches Potenzial in einer konsequent digitalisierten Einlagenversorgung steckt. molibso hat sich für uns als praxisnahes Werkzeug erwiesen, das sich gut in unsere bestehenden Abläufe integrieren lässt. Genau diese positiven Erfahrungen waren ausschlaggebend dafür, die nächsten Schritte zu gehen und die Systeme weiter auszubauen. Wir möchten künftig noch stärker dort sein, wo unsere Kundinnen und Kunden und unsere ärztlichen Partner uns brauchen – auch direkt in der Praxis.

Im Interview: Ulrich Clausen, Gründer von vital-er-leben

Im Interview: Ulrich Clausen, Gründer von vital-er-leben

Ulrich Clausen von vital-er-leben im Interview

Seit mehr als 16 Jahren bringt Ulrich Clausen mit dem Netzwerk vital-er-leben Unternehmen der Hilfsmittelbranche zusammen. Im Interview spricht er über die Idee hinter dem Netzwerk, aktuelle Herausforderungen für Sanitätshäuser und darüber, warum Themen wie Führung, Digitalisierung und Erfahrungsaustausch heute wichtiger sind denn je.

 

molibso: Ulrich, wir haben uns in diesem Jahr auf der OTWorld in Leipzig kennengelernt. Wenig später durften wir bereits an einem Treffen deines Netzwerks teilnehmen. Was war dein Gedanke dahinter, molibso einzuladen?

Ulrich Clausen: Der Kontakt kam über Alfred Klindwort vom gleichnamigen Unternehmen aus Bad Schwartau. Noch auf der Messe hat mir Jens Hollenbacher die Bewegungsanalyse und das Konzept mit dem Sanitätsfachhandel ausführlich erläutert. Ich fand es schlüssig und habe mich dann mit einigen Vital-er-leben Partnern ausgetauscht. Alle waren sich einig, molibso einzuladen.

Gemeinsam stärker: Die Idee hinter vital-er-leben

molibso: Du hast Vital-Er-Leben gegründet, um Unternehmen der Hilfsmittelbranche miteinander zu vernetzen. Welche Lücke hast du damals gesehen und warum war dir dieses Netzwerk wichtig?

Ulrich Clausen: Ich kannte mich mit der Moderation von Erfolgsteams aus. Nachdem ich einige Jahre in anderen Branchen unterwegs war, hatte ich den Wunsch, in die Hilfsmittelbranche zurückzukommen. Im Frühjahr 2010 habe ich dann eine umfangreiche Marktanalyse gemacht, u.a. mit über 20 Inhabern von Sanitätshäusern und Lieferanten gesprochen. Da stärkte man mich, meine Idee „Aufbau eines Netzwerkes zum Erfahrungsaustausch” umzusetzen.

molibso: Vital-er-leben gibt es seit mehr als 16 Jahren: Was motiviert dich heute noch jeden Tag, dich für die Branche einzusetzen?

Ulrich Clausen: Ich konnte mich in den Jahren enorm weiterentwickeln, u.a. habe ich eine Ausbildung zum Train-the-Trainer und Business Coach (jeweils über ein Jahr) abgeschlossen und viele Schulungen in Sanitätshäusern gemacht.
Heute motiviert mich, dass viele gut ausgebildete, junge und motivierte Menschen Verantwortung übernehmen und ein Unternehmen leiten. Das zeigt mir, dass unsere Branche Zukunft hat. Da möchte ich meine Erfahrung und mein Wissen teilen.

molibso: Viele Betriebe stehen gleichzeitig vor Herausforderungen wie Fachkräftemangel, Kostendruck, Bürokratie, regulatorischen Vorgaben und Digitalisierung. Was beschäftigt die Unternehmen in deinem Netzwerk aktuell am meisten?

Ulrich Clausen: Aktuell geht es um die Kürzungen der Krankenkassen. Die 3 Prozent Reduzierung auf Hilfsmittel zum 01.01.2027 ist erst der Anfang, möglicherweise kommen kurzfristig weitere Einschränkungen.
Die genannten Punkte treffen auch auf die Vital-er-leben Partner zu. Dabei ist wichtig, dass der Inhaber/die Inhaberin die Resilienz bewahrt und verantwortungstragende Mitarbeiter beschäftigt. Wer als mittelgroßes Unternehmen allein verantwortlich ist, kann schnell an seine Grenzen stoßen.

Dem Fachkräftemangel entgegenwirken

molibso: Trotz des branchenweiten Fachkräftemangels gibt es Unternehmen, die Mitarbeitende gewinnen und langfristig binden können. Welche konkreten Maßnahmen oder Strategien beobachtest du bei diesen Betrieben?

Ulrich Clausen: Ich beobachte, dass das Führungsverhalten dabei eine zentrale Rolle spielt. Wer Verantwortung abgibt, eine kulturelle Identität vorlebt, moderne Arbeitsplätze und Arbeit schafft und dabei noch meistens entspannt und mit einem Lächeln an die Arbeit geht, der hat die Vorteile auf seiner Seite. Natürlich ist es wichtig, wohin das Unternehmen steuert und wie sich ein Mitarbeiter weiterentwickeln kann.

molibso: Gibt es Beispiele aus deinem Netzwerk, bei denen Unternehmen Herausforderungen wie Fachkräftemangel oder Digitalisierung besonders erfolgreich gemeistert haben? Was können andere Betriebe daraus lernen?

Ulrich Clausen: Vor allem ist bei diesen Betrieben die Nachfolge geregelt, denn bei ca. der Hälfte der Betriebe stehen in den nächsten fünf Jahren Veränderungen an oder sind bereits erfolgt. Junge Inhaber führen klarer anhand von Vorgaben und Zielen. Projekte wie Digitalisierung oder die Nutzung der KI machen sie einfach, weil sie wissen, dass die Arbeit dadurch effizienter und für Gleichaltrige interessanter wird.

molibso: Wo verlieren Sanitätshäuser oder Orthopädieschuhtechniker heute noch unnötig Zeit durch manuelle Abläufe oder fehlende digitale Prozesse?

Ulrich Clausen: Da kann ich zahlreiche Beispiele nennen: die Abrechnung, die Erstellung von Kostenvoranschlägen, Nutzung des Potentials der Branchensoftware oder per Schnittstelle angebundene Software, sinnvolle Einbindung der KI, Nutzung von CRM Tools, um bestehende Kunden stärker zu binden.

molibso: Viele Betriebe wissen, dass sie sich digitaler aufstellen müssen. Warum fällt die Umsetzung in der Praxis trotzdem oft schwer?

Ulrich Clausen: Es sind völlig neue Themen, mit denen sich die Inhaber und Führungskräfte bisher nicht beschäftigt haben. Nicht jeder ist gleich offen für Veränderungen, denn dafür muss ich erstmal meine Komfortzone verlassen. Hier sind jüngere Kollegen im Vorteil.

Prozesse wichtiger als Hardware

molibso: Wenn ein Betrieb heute nur begrenzte Ressourcen für Veränderungen hat: Sollte er zuerst in Technologie investieren oder zunächst bestehende Prozesse analysieren und optimieren? Warum?

Ulrich Clausen: Es ist wichtig, sich zunächst mit den Prozessen zu beschäftigen. Erst dann kann man beurteilen, welcher Prozess mein Nadelöhr ist und womit ich beginnen muss. Manchmal ist es auch gut, die Zusammenarbeit mit externen Dienstleistern zu suchen, die neue Impulse und frische Ideen mit einbringen. Das ist auch unser Anspruch in der Zusammenarbeit bei Vital-er-leben.

molibso: Wenn du auf all diese Themen blickst – Fachkräftemangel, Effizienz, Digitalisierung und wirtschaftlicher Druck: Welche Potenziale siehst du künftig in der Zusammenarbeit zwischen Sanitätshäusern und Technologieanbietern wie molibso?

Ulrich Clausen: Gerade durch die fortschreitende Entwicklung großer Betriebe in der Branche müssen regionale Anbieter schauen, wie und wo sie sich abgrenzen. Wichtig dabei ist, das vorhandene Potential der Mitarbeiter und die Wirtschaftlichkeit der angebotenen Leistungen. Dann prüfe ich, bei welchen Leistungen eigene Möglichkeiten bestehen und wo ich die Zusammenarbeit zu Dienstleistern suche. Ich finde, molibso hat dabei ein innovatives und schlüssiges Konzept für Orthopädie- und Orthopädie-Schuhtechnik-Unternehmen entwickelt. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit Euch. Die ersten Vital-er-leben Partner haben ja schon ihre Bereitschaft zur Zusammenarbeit signalisiert.

100 Kilometer, 24 Stunden, zwei Kollegen und ein gemeinsames Ziel

100 Kilometer, 24 Stunden, zwei Kollegen und ein gemeinsames Ziel

Megamarsch Köln

Mitte September war es so weit: der Megamarsch in- und um Köln herum fand statt. Unser Kollege Daniel hatte schon länger geplant, die 100 km innerhalb von 24 Stunden zu laufen. Kollegin Svenja stieß hingegen spontan dazu. Erst Freitagnacht entschied sie sich, ab Samstagmittag die Challenge zu bestreiten.

Beide verband ein gemeinsames Ziel: die Challenge erfolgreich zu meistern. Während Daniel schon verschiedene Events dieser Art in unterschiedlichen Städten mitgemacht hat, war es für Svenja der erste Dauerspaziergang. Normalerweise powert sie sich beim Triathlon aus. Als Kollegen unterstellten wir ihr – wie sich herausstellte, zu Unrecht – lange Zeit, der Megamarsch wäre für sie zu langweilig und nicht herausfordernd genug.

Vorbereitung ist alles – oder nicht?

Svenja vertraute auf ihr Triathlontraining, Daniel bereitete sich dagegen über einen längeren Zeitraum auf seine Teilnahme vor. Nicht zuletzt aufgrund seiner Teilnahme am Megamarsch in Stuttgart, der nur wenige Wochen zuvor stattgefunden hatte und bei dem sein Durchhaltevermögen ihn nicht ganz bis ins Ziel brachte. In den Wochen vor den Märschen achtete er besonders stark darauf, gesund und fit zu sein, sowie sein Equipment einzulaufen. Immer mit dem Ziel vor Augen, „eine magische Grenze von 100 km zu gehen.“

Ihr beruflich bedingtes Fachwissen über Füße und Schuhe kam ihnen dabei zugute, zumindest teilweise: Aufgrund seiner jahrelangen Erfahrung mit unserem dyneos-System achtete Daniel darauf, einen Schuh zu tragen, der optimal zu den Bedürfnissen seiner Füße und seines Gangbildes passt. Wohingegen Svenja trotz ihres Wissens sich für alte Laufschuhe entschied, die sie rückblickend gerne durch Schuhe mit besserer Dämpfung ausgetauscht hätte. Allerdings führten die Blasen, die sie während des Laufes entwickelte, zu einer veränderten Gangweise, die auch einige Tage später noch in der Ganganalyse sichtbar war.

Von Kollegen zu Partnern in Crime

Zu Beginn waren sie noch zu dritt unterwegs, die zweite und ohne Frage intensivere Hälfte meisterten sie jedoch zu zweit. Dabei durchliefen sie verschiedene Phasen: von angeregten Gesprächen über längere Phasen der Stille bis hin zu Momenten, in denen gegenseitige Motivation gefragt war. Und obwohl die beiden durch gemeinsame Dienstreisen einander bereits besser kannten, brachte diese Erfahrung ihre Verbindung noch einmal auf ein neues Level.

Auch mental gingen beide unterschiedlich mit der langen Strecke um: Während Svenja das Handy fast gar nicht nutzte, in Phasen der Stille ganz bei sich blieb, war es für Daniel Ablenkung und Motivation zugleich.

„Grenzen sind verschiebbar“

Daniels größte Erkenntnis innerhalb dieser 24 Stunden war die Tatsache, dass Grenzen verschiebbar seien.

Im Laufe der langen Wegstrecke gab es immer wieder Etappenziele, die auf die bereits gelaufenen Kilometer hinwiesen und Verpflegungsstellen, an denen die Teilnehmer versorgt wurden. Sich von Etappe zu Etappe zu hangeln und sich immer wieder neue Ziele zu setzen, wenn man eigentlich schon nicht mehr kann, ist wahrscheinlich eine der spannendsten Erfahrungen dieses Events.

Und auch Svenja hat nach einem kleinen schmerzenden Tiefpunkt aufgrund einer zu behandelnden Blase festgestellt, dass es immer wieder weitergeht. Auch dann, wenn man zwischenzeitlich glaubt, es ginge nicht mehr.

Die Zeit danach

So unterschiedlich ihre Erfahrungen während des Marsches auch waren, so einig waren sich die beiden über die Highlights nach dem Lauf: nichts ging über eine warme Dusche und das Bett!

Ob sie sich dieser Herausforderung nochmal stellen wollen? „Ne, einmal reicht mir,“ sagt Svenja wenige Tage nach der großen Wanderung. „Wenn ich Sachen mache, dann ziehe ich sie durch und das habe ich gemacht. Aber das wird jetzt nicht mein Hobby. Ich stehe wieder beim Ironman/ Triathlon an der Startlinie, das ist mein Fokus.“ Bei Daniel sieht das Ganze hingegen etwas anders aus: „Ich habe den 100er Megamarsch jetzt zwei Mal geschafft und zwei Mal nicht, das kann ich eigentlich nicht so stehen lassen.“

Tipps für zukünftige „Megamarschler“ von zweien, die es wissen müssen

  • Die Füße und den Gang im Vorfeld checken lassen, um zu wissen, worauf man achten muss
  • Regelmäßig Sport machen, um eine gute Grundfitness zu haben
  • Einen gutsitzenden Rucksack tragen und die Schuhe vorher gründlich einlaufen
  • Passende Socken tragen, um Blasen vorzubeugen
  • Einen Nachtlauf über 30 km bis 40 km in etwa sechs bis acht Stunden, um zu testen, wie gut man mit dem Gehen im Dunkeln auf Dauer klarkommt

Wir sind als Team auf jeden Fall mächtig stolz, dass unsere beiden Mitarbeitenden sich dieser Challenge gestellt haben, es innerhalb der vorgegebenen Zeit ins Ziel geschafft haben und auch darüber, dass sie sich noch immer so gut verstehen wie vorher – mindestens.

Gesundheitstage 2026 im Dominikus-Ringeisen-Werk

Gesundheitstage 2026 im Dominikus-Ringeisen-Werk

Dominik Ringeiesenwerk Newsbeitrag

Am 13. und 14. Oktober 2026 stehen im Haus Betanien im bayrischen Ursberg, das zum Dominikus-Ringeisen-Werk gehört, alle Zeichen auf Gesundheit: Im Rahmen der Gesundheitstage erwartet die Teilnehmenden ein vielfältiges Programm mit Vorträgen, Trainings und Mitmach-Angeboten rund um Bewegung, Prävention und Wohlbefinden.

Das Dominikus-Ringeisen-Werk begleitet und unterstützt Menschen mit Behinderungen an zahlreichen Standorten in Bayern und zählt zu den größten Sozialunternehmen des Freistaats. Die kirchliche Stiftung wurde bereits 1884 gegründet und engagiert sich bis heute für Teilhabe, Förderung und individuelle Unterstützung.

Für die Gesundheitstage hat die Einrichtung ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt: Auf der Agenda stehen unter anderem interaktive Vorträge und Trainings, Angebote zur mentalen Fitness, Informationen zu Wechseljahren, Konsumverhalten und Vorsorgevollmachten sowie verschiedene Bewegungs- und Analyseangebote. Ergänzt wird das Programm durch InBody-Messungen, Back-Checks, Reaktiv Walking und unserem Fit Trailer.

Mithilfe der in den Boden eingelassenen 2-Meter-Druckmessplatte können Bewegungsabläufe sowie das Gang- und Standverhalten analysiert werden. Die Messungen liefern wertvolle Hinweise auf Bewegungsmuster und mögliche Belastungen des Bewegungsapparats und schaffen damit eine fundierte Grundlage für individuelle Gesundheitsimpulse.

Besonders freuen wir uns darüber, dass das Sanitätshaus Ursberg, das zum Dominikus-Ringeisen-Wer gehört, seit dem Frühjahr 2026 auf ein eigenes dyneos-SANI-System inklusive einer 2 m Druckmessplatte setzt. Umso schöner, dass für die Gesundheitstage unser Fit Trailer die Fuß- und Ganganalyse nochmal ganz anders in den Mittelpunkt rückt und auf die Möglichkeiten der modernen Bewegungsanalyse bei den Gesundheitstagen zusätzlich hingewiesen wird.

Wir wünschen allen Teilnehmenden spannende Einblicke, interessante Erkenntnisse und zwei erfolgreiche Veranstaltungstage in Ursberg.

Zehn Jahre molibso: Ein Blick zurück auf ein besonderes Jubiläum

Zehn Jahre molibso: Ein Blick zurück auf ein besonderes Jubiläum

Titelbild zehn Jahre molibso

 

Ein Jahr ist vergangen, seitdem molibso gemeinsam mit Kunden, Partnern, Wegbegleitern, Freunden und Familie sein zehnjähriges Bestehen gefeiert hat. Wer heute auf die Fotos dieses Tages blickt, entdeckt dabei weit mehr als ein Firmenjubiläum. Zu sehen sind Umarmungen, lange Gespräche, neugierige Blicke hinter die Kulissen und viele Menschen, die eines verbindet: Sie haben die Geschichte von molibso auf ganz unterschiedliche Weise begleitet.

Zehn Jahre zuvor hatte alles mit einer Idee begonnen: Als die Brüder Jens und Lars Hollenbacher den Grundstein für das Unternehmen legten, war noch nicht absehbar, wohin die Reise führen würde. Heute begleitet molibso Kunden und Partner auf mehreren Kontinenten und entwickelt innovative Lösungen rund um die digitale Fuß- und Ganganalyse. Das zehnjährige Jubiläum bot daher einen willkommenen Anlass, gemeinsam zurückzuschauen, aber auch nach vorne zu blicken.

Rund 50 Gäste folgten der Einladung nach Langenfeld. Unter ihnen befanden sich Kunden der ersten Stunde, langjährige Partner wie Alexander Bieder von Lemaitre oder Andreas Wylenzek, der Inhaber des Sanitätshaus Vital. Außerdem Investoren, ehemalige Mitarbeitende, Freunde, Familienmitglieder und natürlich auch das gesamte Team. Schon kurz nach dem Eintreffen der ersten Gäste wurde deutlich, dass viele nicht nur eine Verbindung zu molibso, sondern auch zueinander hatten. Immer wieder wurden bekannte Gesichter entdeckt. Aus einer Begrüßung wurde ein längeres Gespräch, aus einem kurzen Wiedersehen ein gemeinsamer Rückblick auf Projekte, Messen oder Ereignisse, die zum Teil viele Jahre zurücklagen.

Auffällig war dabei, wie selbstverständlich sich die unterschiedlichen Gästekreise mischten. Kunden unterhielten sich mit Familienmitgliedern, ehemalige Mitarbeitende tauschten sich mit aktuellen Teammitgliedern aus, Geschäftspartner kamen mit Freunden des Unternehmens ins Gespräch. Wer an diesem Tag Gast war und wer zum Unternehmen gehörte, ließ sich an vielen Stellen kaum unterscheiden.

Liebe zum Detail auf Schritt und Tritt

Über das gesamte Gelände verteilt fanden sich kleine Details mit Wiedererkennungswert: cyanfarbene Akzente, individuell gestaltete Ballons und oder die veganen Schuh-Weingummis als Gastgeschenk. Nichts davon drängte sich in den Vordergrund, doch genau diese Kleinigkeiten verliehen der Veranstaltung ihren persönlichen Charakter.

Das zeigte sich auch beim Blick auf die menschengroße, silberfarbene Etagere. Die etwa 100 selbstgebackenen Blaubeermuffins blieben vielen Gästen in Erinnerung. Das Besondere: Auf den kleinen essbaren Oblaten befand sich das Bild eines Analysedruckbildes eines Fußes. Manch einer bemerkte die Details erst auf den zweiten Blick, bevor die kleinen Kunstwerke schließlich doch vernascht wurden. Zusammen mit dem blau-weißen Speiseeis, dem eigens kreierten Begrüßungsdrink, der cyanfarben daher kam und dem beliebten Currywurst- und Pommeswagen mit allerlei Toppings entstand ein Konzept, das perfekt zu molibso passte: individuell, bodenständig und mit einem Augenzwinkern.

Auch das Wetter spielte an diesem Tag seine eigene Rolle. Zwischen sonnigen Abschnitten und kräftigen Windböen blieb es immer wieder spannend, ob alle Programmpunkte wie geplant draußen stattfinden konnten. Einige Bereiche wurden schließlich kurzerhand ins Foyer verlegt. Rückblickend erwies sich das sogar als Vorteil. Die zusätzlichen Treffpunkte im Gebäude sorgten dafür, dass die Gäste noch leichter ins Gespräch kamen und sich die Wege immer wieder kreuzten.

Jubiläum - Details

Der Fit Trailer als Bühne für zehn Jahre Unternehmensgeschichte

Im Mittelpunkt des offiziellen Programms stand der Fit Trailer. Für einen Tag wurde er zur Bühne der Unternehmensgeschichte.

Auf den großen Bildschirmen nahmen Jens und Lars ihre Gäste mit auf eine Reise durch die vergangenen zehn Jahre. Fotos aus den Anfangsjahren wechselten sich mit Aufnahmen von Meilensteinen und besonderen Momenten ab. Manche Bilder sorgten für spontanes Lachen, andere für überraschte Blicke. Immer wieder war zu beobachten, wie Gäste sich gegenseitig auf Fotos entdeckten und Erinnerungen austauschten.

Dabei ging es nicht nur um Zahlen oder Meilensteine. Vielmehr wurde sichtbar, wie eng die Entwicklung des Unternehmens mit vielen der anwesenden Menschen verbunden war. Einige begleiteten molibso bereits seit den ersten Schritten, andere kamen erst später hinzu. Zusammen ergaben sie die Geschichte eines Unternehmens, das über die Jahre kontinuierlich gewachsen ist.

Einen Blick nach vorn ermöglichte der Impulsvortrag von Prof. Dr. Matthias Scherge vom Fraunhofer IWM. Mit seinen Ausführungen zu aktuellen Entwicklungen und künftigen Perspektiven spannte er den Bogen von der Vergangenheit in die Zukunft und zeigte, wie viel Potenzial weiterhin in der Verbindung von Forschung, Technologie und Praxis steckt.

Passend dazu konnten die Gäste ihr Wissen bei einem interaktiven Quiz unter Beweis stellen. Über einen QR-Code beteiligten sie sich direkt per Smartphone. Zwischen Fragen zur Unternehmensgeschichte, Schätzaufgaben und Überlegungen zu möglichen künftigen Entwicklungen entwickelte sich schnell ein freundschaftlicher Wettbewerb. Die anschließende Siegerehrung sorgte entsprechend für viele lachende Gesichter.

Hinter den Kulissen waren dabei zahlreiche Teammitglieder beteiligt. Während das interaktive Quiz von zwei Mitarbeitenden moderiert wurde, die die Gäste nicht nur durch die Fragerunden führten, sondern auch für eine lockere und unterhaltsame Atmosphäre sorgten, war das Erstellen der Fragen und Antworten bereits im Vorfeld echtes Teamwork gewesen. Überhaupt zeigte sich an vielen Stellen, dass das Jubiläum nicht allein organisiert, sondern von zahlreichen Händen mitgestaltet worden war.

Jubiläum: Fit Trailer als Bühne

Innovation zum Anfassen

Dass Innovation bei molibso nicht nur Thema von Präsentationen ist, zeigte sich an vielen Stellen des Tages:

Bei Führungen durch die Räumlichkeiten erhielten die Gäste Einblicke hinter die Kulissen. Darüber hinaus wurde das damals noch neue Werkstattwerkzeug InsolePro vorgestellt und in kleinen Gruppen präsentiert.

Für besonders viel Aufmerksamkeit sorgte jedoch eine andere Idee aus dem Team. Einer der beiden Entwickler funktionierte die Druckmessplatte im Büro kurzerhand zu einem interaktiven Klavier um. Gespielt wurde nicht mit den Händen, sondern mit den Füßen. Immer wieder bildeten sich kleine Gruppen um die Installation. Einige Gäste probierten sie selbst aus, andere schauten interessiert zu oder versuchten gemeinsam, bekannte Melodien zu spielen.

Was zunächst wie eine spielerische Idee wirkte, brachte zugleich auf den Punkt, was molibso seit vielen Jahren auszeichnet: technisches Know-how, Kreativität und die Bereitschaft, Dinge auch einmal anders zu denken.

Überhaupt wurde an diesem Tag deutlich, wie viel Herzblut aus dem Team in die Feier eingeflossen war. Während ein Entwickler die Idee für das Druckmessplatten-Piano umgesetzt hatte, übernahm ein anderer Kollege die musikalische Begleitung der Veranstaltung. Zunächst eher im Hintergrund, später immer stärker im Mittelpunkt, sorgte er vom Fit Trailer aus für den passenden Soundtrack des Tages. So wurde der Trailer nicht nur zur Bühne des offiziellen Programms, sondern im Laufe des Abends auch zum Treffpunkt für viele Gäste.

Gemeinsam mit den zahlreichen kleinen Details, die über das gesamte Gelände verteilt zu entdecken waren, entstand so eine Veranstaltung, die nicht einfach organisiert wurde, sondern von vielen Menschen aktiv mitgestaltet war.

Blogbeitrag - Druckmessplattenpiano

Grüße aus aller Welt und ein Geschenk mit besonderer Bedeutung

Nicht alle Wegbegleiter konnten persönlich vor Ort sein. Über Videobotschaften schickten Partner und Freunde des Unternehmens ihre Glückwünsche aus Deutschland, den USA, Australien und Südafrika. Die Beiträge machten deutlich, wie international das Netzwerk von molibso mittlerweile geworden ist und wie viele Menschen das Unternehmen auf seinem Weg begleitet haben.

Für eine weitere Überraschung sorgte der Geschenketisch. Ursprünglich war nur wenig Platz dafür vorgesehen worden. Im Laufe des Tages füllte sich dieser jedoch immer weiter. Blumen, persönliche Aufmerksamkeiten und individuelle Geschenke verdeutlichten, wie eng sich viele Gäste dem Unternehmen verbunden fühlen.

Auch intern gab es vor den Augen der geladenen Gäste eine kleine Überraschung für die Gründerbrüder: Das Team überreichte den Geschäftsführern ein eigens gestaltetes Bild, auf dem die Zahl Zehn aus zahlreichen Fußabdrücken entstand.

Jeder einzelne dieser Abdrücke hatte seine eigene Geschichte. Denn sie stammten von den damaligen Teammitgliedern und sogar von den beiden Bürohunden, die über viele Jahre fester Bestandteil des Arbeitsalltags waren. Das Geschenk hätte kaum symbolischer sein können, denn schließlich waren auch die ersten zehn Jahre von molibso nicht das Werk Einzelner, sondern das Ergebnis vieler Menschen, die ihre Ideen, ihre Fähigkeiten und ihre Persönlichkeit eingebracht haben. Aus zahlreichen individuellen Spuren entstand etwas Gemeinsames. Genau wie auf dem Bild.

Jubiläum_Gespräch

Mit Rückenwind in die Zukunft

Ein Jahr später denken viele Beteiligte noch immer gerne an diesen Tag zurück. Nicht wegen eines einzelnen Programmpunkts oder einer besonderen Attraktion. Sondern wegen der vielen kleinen Momente dazwischen: den Wiedersehen nach langer Zeit, den Gesprächen über gemeinsame Projekte, den spontanen Erinnerungen und den Begegnungen, die gezeigt haben, wie viele Menschen die Geschichte von molibso mitgeschrieben haben.

Das Jubiläum markierte damit weit mehr als nur das Ende eines erfolgreichen Jahrzehnts. Es machte sichtbar, was über die Jahre entstanden ist: ein Netzwerk aus Kunden, Partnern, Wegbegleitern, Freunden und Mitarbeitenden, die das Unternehmen in unterschiedlicher Weise geprägt haben.

Und vielleicht war genau das die wichtigste Erkenntnis dieses Tages. Hinter jeder Innovation, jedem Produkt und jedem Meilenstein stehen Menschen. Zehn Jahre molibso sind deshalb vor allem zehn Jahre gemeinsamer Weg. Und die nächsten Kapitel dieser Geschichte warten bereits darauf, geschrieben zu werden.