
77 Prozent der Befragten erwarten tiefgreifende Veränderungen durch Digitalisierung und Künstliche Intelligenz. Die HilfsmittelStudie 2026 der opta data ZukunftsStiftung zeigt jedoch noch etwas anderes: Für die Branche stehen nicht neue Technologien im Vordergrund, sondern digitale Lösungen, die den Arbeitsalltag spürbar erleichtern. Prozessdigitalisierung wird dabei sogar wichtiger eingestuft als KI.
Die Hilfsmittelbranche steht vor großen Herausforderungen. Steigender Versorgungsbedarf, Fachkräftemangel, Kostendruck und zunehmende regulatorische Anforderungen prägen bereits heute den Alltag vieler Betriebe. Vor diesem Hintergrund hat die opta data ZukunftsStiftung gemeinsam mit der Sigmund Freud PrivatUniversität Wien untersucht, wie Fachkräfte die Zukunft der Branche einschätzen und welche Entwicklungen sie bis 2036 erwarten. Die Studie basiert auf 51 Experteninterviews sowie einer Online-Befragung von 896 Fachkräften aus Sanitätshäusern, Homecare-Unternehmen und der Orthopädie(schuh)technik.
Digitalisierung wird zur Grundvoraussetzung moderner Versorgung
Ein Ergebnis sticht besonders hervor: 77 Prozent der Befragten erwarten tiefgreifende Veränderungen durch Digitalisierung und Künstliche Intelligenz. Die Branche geht also mehrheitlich davon aus, dass digitale Technologien die Hilfsmittelversorgung in den kommenden Jahren nachhaltig verändern werden.
Allerdings zeigt die Studie auch, dass Digitalisierung nicht als Zukunftsvision betrachtet wird. Vielmehr wird sie zunehmend als notwendige Infrastruktur moderner Versorgung verstanden. Die Autoren formulieren es im Kapitel „Berufsbild im Wandel“ eindeutig: Technologie sei ihnen zufolge demnach kein Add-on mehr, sondern werde zur Grundinfrastruktur jeder modernen Versorgungslösung.
Die Branche fordert keine Technik um der Technik willen
Besonders interessant sind die Aussagen der Befragten selbst. So heißt es in einem der anonymisierten O-Töne: „Digitalisierung muss uns entlasten, damit wir uns wieder mehr auf den Menschen konzentrieren können.“
Die Befragten wünschen sich keine Digitalisierung als Selbstzweck. Sie erwarten konkrete Verbesserungen im Arbeitsalltag. Technologie soll nicht den Menschen ersetzen, sondern Fachkräfte entlasten und ihnen mehr Zeit für die eigentliche Versorgung verschaffen. Auch die Studienautoren kommen zu dem Schluss, dass Digitalisierung vor allem dort als Chance gesehen wird, wo Routineaufgaben automatisiert und Prozesse vereinfacht werden können.
Prozessdigitalisierung schlägt KI
Gefragt nach den wichtigsten Zukunftsthemen, priorisieren rund 76 Prozent der Befragten die Prozessdigitalisierung, beispielsweise durch E-Rezepte oder digitale Abrechnungsprozesse. Erst danach folgen KI-gestützte Administration, Themen wie elektronische Patientenakte und Interoperabilität sowie Teleberatung und Remote-Versorgung.
Während in vielen öffentlichen Diskussionen vor allem über Künstliche Intelligenz gesprochen wird, setzen die Befragten offenbar andere Prioritäten. Gesucht werden demnach zunächst Lösungen, die den Arbeitsalltag vereinfachen, Daten besser nutzbar machen und bestehende Abläufe effizienter gestalten.
Für die Hilfsmittelbranche scheint daher weniger die Frage entscheidend zu sein, welche Technologie verfügbar ist, sondern viel mehr, welches konkrete Problem sie löst?

Was bedeutet das für die Praxis?
Die Ergebnisse der HilfsmittelStudie 2026 zeigen deutlich, dass die Branche Digitalisierung vor allem dort einen Mehrwert zuschreibt, wo sie konkrete Entlastung schafft. Im Mittelpunkt stehen nicht einzelne Technologien, sondern Lösungen, die Abläufe vereinfachen und den Arbeitsalltag spürbar unterstützen.
Genau hier setzen digitale Lösungen von molibso an. Mit Softwarelösungen wie dyneos SANI sowie dem durchgängigen molibso-Prozess werden Analyse, Beratung, Produktempfehlung und weitere Prozessschritte digital miteinander verbunden. Informationen stehen dort zur Verfügung, wo sie benötigt werden, und können entlang des gesamten Versorgungsprozesses genutzt werden. So entsteht genau die Art von Prozessdigitalisierung, die von den Befragten der Studie priorisiert wird: Digitalisierung nicht als Selbstzweck, sondern als Werkzeug, um Fachkräfte zu unterstützen und mehr Zeit für die eigentliche Versorgung zu schaffen.
Darüber hinaus zeigt die Studie, dass digitale Technologien immer stärker als Bestandteil moderner Versorgung verstanden werden. Für Betriebe bedeutet das, Prozesse nicht nur zu digitalisieren, sondern sie ganzheitlich zu betrachten und sinnvoll miteinander zu verknüpfen. Genau dort liegt das Potenzial, die vorhandenen Ressourcen effizient einzusetzen und gleichzeitig eine hochwertige Versorgung sicherzustellen.
Fazit
Die HilfsmittelStudie 2026 zeigt, dass die Branche digitale Technologien klar als Zukunftsthema wahrnimmt. Noch wichtiger ist jedoch die Erkenntnis, welche Erwartungen mit dieser Entwicklung verbunden werden.
Nicht KI, Robotik oder technische Innovationen stehen an erster Stelle. Die höchste Priorität hat die Prozessdigitalisierung. Die Branche sucht nach Lösungen, die den Arbeitsalltag vereinfachen, Fachkräfte entlasten und mehr Zeit für die Versorgung schaffen.
Oder, wie es einer der Studienteilnehmer treffend formuliert: „Also wenn Digitalisierung, dann richtig.“
