Digitale Vollvernetzung: Warum sie für die Hilfsmittelversorgung immer wichtiger wird

Vollvernetzung für die Versorgung

75 Prozent der Befragten priorisieren digitale Vollvernetzung, um die Versorgung bestmöglich mit anderen Leistungserbringern zu steuern. Zu diesem Ergebnis kommt die Hilfsmittelstudie 2026 der opta data ZukunftsStiftung und der Sigmund Freud Privat Universität Wien. Die Studie zeigt damit deutlich: Die Zukunft der Hilfsmittelversorgung liegt nicht nur in digitalen Technologien, sondern vor allem in deren Vernetzung.

Die Studie zeigt an vielen Stellen, wie stark sich die Branche in den kommenden Jahren verändern wird. Besonders interessant ist dabei das Ergebnis, dass rund 75 Prozent der Befragten digitale Vollvernetzung priorisieren, um die Versorgung gemeinsam mit anderen Leistungserbringern bestmöglich zu steuern.

Vernetzung wird zum Erfolgsfaktor

Die Aussage dahinter geht weit über die technische Anbindung einzelner Systeme hinaus. Die Studienautoren beschreiben ein Gesundheitssystem, in dem Patienten häufig zwischen unterschiedlichen Akteuren wechseln: Arztpraxen, Kliniken, Sanitätshäusern, Homecare-Unternehmen, Krankenkassen und weiteren Versorgern. Informationen gehen dabei oftmals verloren oder stehen nicht dort zur Verfügung, wo sie benötigt werden.

Besonders deutlich wird dies in einer zentralen Aussage der Studie: „Es gibt niemanden, der das Gesamtbild eines Patienten kennt und die Prozesse für ihn koordiniert.“

Die Folge sind Medienbrüche, doppelte Arbeitsschritte und vermeidbare Verzögerungen in der Versorgung.

Weg vom Silodenken

Auch die befragten Fachkräfte sehen hier großen Handlungsbedarf. So heißt es in einem der anonymisierten O-Töne der Studie: „Wir brauchen halt echte Versorgungssysteme und müssen wegkommen vom Silodenken.“
Genau diese Aussage beschreibt einen der zentralen Trends der Studie. Die Zukunft wird weniger durch einzelne Produkte oder Insellösungen geprägt sein. Stattdessen gewinnen vernetzte Versorgungssysteme an Bedeutung, in denen Informationen entlang des gesamten Versorgungsprozesses verfügbar bleiben.
Dabei geht es nicht nur um technische Schnittstellen, sondern um die Fähigkeit, Informationen sinnvoll miteinander zu verbinden und dadurch bessere Entscheidungen zu ermöglichen.

Vollvernetzung für die Versorgung_Quote

Digitalisierung bedeutet zunehmend Vernetzung

Die Studie zeigt, dass Vollvernetzung sogar noch vor vielen anderen Zukunftsthemen priorisiert wird. Mit ihren rund 75 Prozent liegt sie vor Aspekten wie KI & Automatisierung, Netzwerkbildung oder Plattformlösungen.
Das unterstreicht eine Erkenntnis, die sich durch viele Kapitel der Studie zieht: Die Branche sucht nicht in erster Linie nach immer neuen Technologien. Sie sucht nach Lösungen, die bestehende Informationen zusammenführen und den Austausch zwischen den verschiedenen Beteiligten verbessern.
Digitalisierung wird dadurch zunehmend als Infrastruktur verstanden, die Versorgung koordiniert, anstatt lediglich einzelne Prozesse zu digitalisieren.

Außerdem wird deutlich, dass digitale Vernetzung nicht isoliert betrachtet wird. Die Befragten verbinden sie unmittelbar mit einer besseren Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Akteuren im Gesundheitswesen und einer effizienteren Steuerung von Versorgungspfaden. Dadurch können Informationen schneller verfügbar gemacht und Entscheidungen auf einer gemeinsamen Datengrundlage getroffen werden.

Was bedeutet das für die Praxis?

Die Ergebnisse der Hilfsmittelstudie 2026 zeigen deutlich, dass digitale Vollvernetzung für viele Betriebe kein Zukunftsthema mehr ist, sondern eine zentrale Voraussetzung für moderne Versorgung darstellt.

Und genau hier setzt der molibso-Prozess an: Durch die Vernetzung von Analyse, Beratung, Produktempfehlung und weiteren Prozessschritten entstehen durchgängige digitale Informationsflüsse. Gleichzeitig ermöglichen Schnittstellen zu bestehenden Systemen wie ERP-Lösungen oder Branchensoftware, dass Informationen nicht mehrfach erfasst werden müssen und entlang des gesamten Prozesses verfügbar bleiben.

So entsteht genau die Form der Vernetzung, die von den Befragten der Studie priorisiert wird: Nicht zusätzliche Komplexität, sondern ein besserer Informationsfluss zwischen den relevanten Beteiligten.
Weitere Vorteile liegen in der dadurch resultierenden Transparenz, den kürzeren Abstimmungswegen und der besseren Grundlage für fundierte Entscheidungen im Versorgungsalltag. Informationen stehen demnach dort zur Verfügung, wo sie benötigt werden, und können entlang des gesamten Prozesses genutzt werden.

Fazit

Die Hilfsmittelstudie 2026 zeigt, dass die Zukunft der Versorgung nicht allein in neuen Technologien liegt. Ebenso wichtig wird die Fähigkeit, Informationen, Prozesse und Akteure miteinander zu verbinden.

Die hohe Priorität für digitale Vollvernetzung macht deutlich, dass die Branche den größten Nutzen dort sieht, wo Informationssilos aufgebrochen und Versorgungspfade besser koordiniert werden können.