Steigende Kosten, gedeckelte Vergütungen: Wie Betriebe wirtschaftlich bleiben können

Gedeckelte Vergütungen

Der 3-Prozent-Abschlag auf Hilfsmittelversorgungen sorgt aktuell für viel Aufmerksamkeit. Weniger im Fokus steht eine weitere Regelung des GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes, die für viele Sanitätshäuser und orthopädieschuhtechnische Betriebe langfristig sogar größere Auswirkungen haben könnte: die Deckelung von Vergütungssteigerungen. Wenn Kosten steigen, Erlöse aber nur noch begrenzt wachsen dürfen, rückt die Wirtschaftlichkeit der eigenen Prozesse stärker in den Fokus.

Mit dem GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz werden Vergütungssteigerungen bei Hilfsmittelverträgen künftig stärker begrenzt. Grundlage hierfür ist die sogenannte Grundlohnrate. Für die Jahre 2027 bis 2029 wird diese Obergrenze zusätzlich um einen Prozentpunkt abgesenkt. Eine vollständige Refinanzierung steigender Personal- und Sachkosten wird dadurch zunehmend schwieriger.

Für viele Betriebe mag diese Regelung zunächst weniger greifbar erscheinen als der 3-Prozent-Abschlag. Tatsächlich könnte sie jedoch langfristig die größere Herausforderung darstellen. Denn während die Vergütung künftig nur noch begrenzt steigen darf, entwickeln sich Löhne, Materialkosten und Energiekosten unabhängig davon weiter.

Gerade im Bereich der individuellen Einlagenversorgung wird diese Entwicklung spürbar

Die Herstellung individueller Einlagen ist personalintensiv. Hinzu kommen Materialkosten, beispielsweise für EVA-Schäume oder andere Einlagenwerkstoffe, sowie laufende Energie- und Betriebskosten. Steigen diese Kosten schneller als die zulässigen Vergütungen, entsteht eine wirtschaftliche Schere: Die Kosten pro Versorgung steigen, während die erzielbaren Erlöse nicht im gleichen Maß wachsen können.

Anders als der 3-Prozent-Abschlag handelt es sich dabei nicht um einen vorübergehenden Effekt. Vielmehr verändert sich die wirtschaftliche Ausgangslage dauerhaft. Natürlich lassen sich steigende Energiepreise oder Tarifentwicklungen nicht durch einzelne Betriebe beeinflussen.
Umso wichtiger wird die Frage: Wie effizient werden die vorhandenen Ressourcen eingesetzt?

Viele Betriebe kennen Situationen wie diese:
• Kundendaten werden mehrfach erfasst.
• Informationen müssen zwischen Verkauf, Werkstatt und Verwaltung weitergegeben werden.
• Rückfragen verzögern die Produktion.
• Analysen und Dokumentationen liegen in verschiedenen Systemen vor.

Jeder einzelne Vorgang kostet nur wenige Minuten. Über viele Versorgungen hinweg summiert sich daraus jedoch ein erheblicher Aufwand.

Produktivität wird zum Wettbewerbsfaktor

Wenn der Spielraum auf der Erlösseite kleiner wird, gewinnt die Produktivität auf der Kostenseite an Bedeutung. Dabei geht es nicht darum, Mitarbeitende schneller arbeiten zu lassen. Es geht darum, unnötige Arbeitsschritte zu reduzieren.
Weniger Medienbrüche, weniger doppelte Datenerfassung und ein besserer Informationsfluss zwischen Analyse, Beratung, Produktion und Nachbetreuung helfen dabei, vorhandene Ressourcen gezielter einzusetzen.

Besonders vor dem Hintergrund des anhaltenden Fachkräftemangels wird dieser Aspekt für viele Betriebe künftig noch wichtiger werden.

Genau hier setzt der molibso-Prozess an: Statt einzelne Arbeitsschritte isoliert zu betrachten, verbindet molibso Kundendatenerfassung, Analyse, Produktempfehlung, Hilfsmittelproduktion und Nachbetreuung in einem durchgängigen digitalen Workflow.

Informationen werden nur einmal erfasst und können entlang des gesamten Versorgungsprozesses genutzt werden. Das reduziert Verwaltungsaufwand, verkürzt Durchlaufzeiten und schafft mehr Transparenz für alle Beteiligten.

Das Ziel dabei ist nicht die Digitalisierung um ihrer selbst willen; das Ziel ist, wirtschaftliche Potenziale im Alltag sichtbar und nutzbar zu machen.

Fazit

Der 3-Prozent-Abschlag ist zeitlich befristet. Die Deckelung von Vergütungssteigerungen könnte die Branche dagegen deutlich länger beschäftigen.
Wenn Kosten schneller steigen als Erlöse, werden effiziente Prozesse zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor. Wer seine Abläufe frühzeitig optimiert und vorhandene Ressourcen möglichst effektiv nutzt, schafft die Grundlage, auch unter veränderten Rahmenbedingungen wirtschaftlich erfolgreich zu bleiben.