Im Interview: Peter Lachenit, Bereichsleiter Marketing & Produktmanagement nordiska GmbH

Peter Lachenit von nordiska im Interview

Seit mehr als 20 Jahren beschäftigt sich Peter Lachenit beruflich mit Schuhen. Nach Stationen bei ara und weiteren Unternehmen der Branche verantwortet er heute bei nordiska die Bereiche Marketing und Produktmanagement. Im Interview berichtet er, warum Gesundheitstage für nordiska eine wichtige Rolle spielen, welche Erkenntnisse Lauf- und Ganganalysen liefern können und weshalb das Unternehmen inzwischen auf ein eigenes easy2go-System setzt.

molibso: Du beschäftigst dich inzwischen seit mehr als 20 Jahren beruflich mit Schuhen. Hättest du zu Beginn deiner Karriere gedacht, dass dich dieses Thema einmal so lange begleiten würde?

Peter Lachenit: Nein, überhaupt nicht. Ich bin privat nicht einmal besonders modeinteressiert. Trotzdem bin ich irgendwie bei den Schuhen, oder besser gesagt bei den Füßen, hängen geblieben. Die fundierte Ausbildung und meine Erfahrungen bei ara haben mir beim Wechsel zu nordiska natürlich sehr geholfen. Denn auch wenn nordiska heute weit mehr als Schuhe anbietet, sind Schuhe ein Teil unserer DNA. Inzwischen beschäftigen wir uns unter anderem mit Einwegprodukten, OP-Tischen und vielen weiteren Lösungen für die Gesundheitsversorgung. Der Schritt vom Konsumgut Damenschuh zum medizinischen Berufsschuh war für mich deshalb besonders spannend.

Heute setzen wir uns sehr intensiv mit den Belastungen auseinander, denen Pflegekräfte und andere Beschäftigte im Gesundheitswesen täglich ausgesetzt sind. Unser Anspruch ist es, ihren Arbeitsalltag sicherer und ergonomischer zu gestalten. Dabei ist der passende Schuh ein sehr wichtiger Baustein. Mit Angeboten wie der Fußvermessung und Fußanalyse gehen wir noch einen Schritt weiter. Dass mich das Thema nach mehr als 20 Jahren immer noch begleitet und weiterentwickelt, finde ich ziemlich cool.

molibso: Gibt es etwas, worauf du heute bei einem Schuh achtest, das für dich zu Beginn deiner Karriere noch keine Rolle gespielt hat?

Peter Lachenit: Definitiv. Früher gab es für mich bei Schuhen im Grunde nur zwei Kategorien: schön oder nicht schön. Heute betrachte ich einen Schuh deutlich funktionaler und technischer.

Schon bei ara habe ich gelernt, wie entscheidend Komfort, unterschiedliche Weitensysteme, Wechselfußbetten und weitere funktionale Eigenschaften sein können. Heute achte ich deshalb sehr genau auf die Verarbeitung, die Passform und den konkreten Nutzen eines Schuhs. Ich schaue mir an, wie er aufgebaut ist und ob er wirklich zu den Anforderungen des Trägers und seines Arbeitsalltags passt. Diesen Blick hätte ich ohne meine berufliche Erfahrung wahrscheinlich nie entwickelt.

Der Wechsel war nie das Ziel

molibso: Gerade im Marketing wird der Arbeitgeber eher häufiger gewechselt. Warum bist du der Branche und deinen Arbeitgebern so lange treu geblieben?

Peter Lachenit: Es stimmt, dass gerade im Marketing häufig und relativ schnell gewechselt wird. Für mich war aber nie der Wechsel an sich das Ziel. Entscheidend ist, ob ich mich weiterentwickeln, neue Verantwortung übernehmen und wirklich etwas bewegen kann. Nach meiner Ausbildung bei ara war irgendwann der richtige Zeitpunkt für den nächsten Schritt. Mit nordiska habe ich einen jungen, dynamischen Arbeitgeber in einer sehr spannenden Branche gefunden. Ich habe hier kontinuierlich neue Aufgaben und mehr Verantwortung übernommen. Gleichzeitig entwickeln sich das Unternehmen, unser Markt und unsere Themen ständig weiter. Dadurch wird es nicht langweilig und ich lerne immer wieder dazu.

Über einen grundsätzlichen Branchenwechsel habe ich seitdem tatsächlich nicht ernsthaft nachgedacht. Die Gesundheitsbranche ist fachlich enorm spannend und zugleich sinnstiftend. Wir arbeiten an Lösungen, die den Alltag von Menschen in der Gesundheitsversorgung konkret verbessern können. Das motiviert mich. Deshalb hoffe ich, dass ich die weitere Entwicklung von nordiska noch lange mitgestalten und meinen Beitrag dazu leisten kann.

molibso: Du bist 2018 zu nordiska gewechselt. Was hat dich damals an der neuen Position gereizt und warum war gerade zu diesem Zeitpunkt der richtige Moment für eine berufliche Veränderung?

Peter Lachenit: Bei ara durfte ich bereits das Marketing leiten und habe in einem großen, traditionsreichen Unternehmen sehr viel gelernt. Gleichzeitig war irgendwann der Punkt erreicht, an dem ich gemerkt habe: Ich brauche noch einmal eine neue Perspektive. Ich hatte dort meine Ausbildung gemacht, berufsbegleitend studiert und anschließend verschiedene Stationen durchlaufen. Nach so vielen Jahren war es einfach Zeit, das Gelernte in einem neuen Umfeld einzusetzen. An nordiska hat mich genau das Gegenteil eines großen, traditionellen Konzerns gereizt: ein junges, dynamisches Unternehmen mit kurzen Entscheidungswegen, einer sehr nahbaren Geschäftsführung und dem klaren Willen, etwas zu bewegen. Ich war direkt der Geschäftsführung unterstellt, konnte strategische Fragen mitdiskutieren und gleichzeitig sehr operativ arbeiten. Diese Mischung liegt mir bis heute.

Besonders spannend war für mich der direkte Kontakt zum Gesundheitswesen. Durch viele gemeinsame Termine mit unserem Außendienst war ich von Anfang an regelmäßig in Krankenhäusern unterwegs und habe unsere Kunden und ihre Arbeit sehr schätzen gelernt. Wir entwickeln Lösungen für Menschen, die täglich für andere da sind. Das gibt der eigenen Arbeit einen besonderen Sinn. Rückblickend hätte ich mir den Wechsel kaum besser vorstellen können.

molibso: Heute verantwortest du bei nordiska sowohl das Marketing als auch das Produktmanagement. Wo ergänzen sich diese beiden Bereiche aus deiner Sicht besonders gut?

Peter Lachenit: Für mich gehören Marketing und Produktmanagement unmittelbar zusammen. Ich bin ursprünglich über die Kommunikation gekommen, habe Marketing aber relativ schnell größer verstanden. Es geht nicht nur darum, ein vorhandenes Produkt gut zu erklären. Die entscheidende Frage beginnt viel früher: Wie muss ein Produkt überhaupt aussehen, damit es die tatsächlichen Bedürfnisse der Zielgruppe erfüllt?

Im Produktmanagement sind wir deshalb viel unterwegs und hören unseren Kunden sehr genau zu. Als Großhändler und Lösungsanbieter können wir flexibel reagieren, passende Produkte in unterschiedlichen internationalen Märkten finden und für den deutschen Gesundheitsmarkt verfügbar machen. Gleichzeitig müssen wir verstehen, welchen konkreten Nutzen eine Lösung Ärzten, Pflegekräften oder OP-Teams bietet und wie wir diesen verständlich vermitteln.

Gutes Marketing funktioniert nur, wenn man die Zielgruppe und das Produkt wirklich versteht. Umgekehrt kann Produktmanagement nur dann erfolgreich sein, wenn es die Anforderungen des Marktes kennt. Das zeigt sich auch bei der Entwicklung von Schuhen: Wenn wir durch Kundentermine, Fußvermessungen und Analysen die Bedürfnisse der Menschen besser verstehen, können wir passendere Produkte entwickeln, fundierter beraten und deren Vorteile anschließend auch glaubwürdig kommunizieren.

Der Einfluss des richtigen Schuhwerks auf den Arbeitsalltag wird häufig noch unterschätzt

molibso: Viele Pflegekräfte, OP-Teams und andere Mitarbeitende im Gesundheitswesen stehen täglich mehrere Stunden auf den Beinen. Wird die Bedeutung von passendem Schuhwerk und Fußgesundheit noch immer unterschätzt?

Peter Lachenit: Ja, aus meiner Sicht deutlich. Gerade im Gesundheitswesen verbringen viele Beschäftigte einen großen Teil ihres Arbeitstages im Stehen oder legen enorme Distanzen zurück. Trotzdem wird häufig noch unterschätzt, welchen Einfluss das richtige Schuhwerk auf den Arbeitsalltag haben kann.

Im OP ist das Bewusstsein dafür bereits stärker ausgeprägt. Dort werden Berufsschuhe häufig vom Arbeitgeber bereitgestellt, weil neben Ergonomie und Passform auch Anforderungen an Reinigung, Hygiene und elektrostatische Eigenschaften berücksichtigt werden müssen. Aber auch auf den Stationen ist geeignetes Schuhwerk ein wichtiges Thema. Dort laufen die Beschäftigten oft noch deutlich mehr, gleichzeitig tragen viele private Schuhe, die kaum auf diese Belastung und den professionellen Einsatz ausgelegt sind. Auch aus Sicht der Arbeitssicherheit kann das problematisch sein.

Deshalb setzen wir auf ein breites Angebot mit unterschiedlichen Passformen, Wechselfußbetten und Möglichkeiten zur Verwendung orthopädischer Einlagen. Unser Ziel ist es, für unterschiedliche Füße und Tätigkeiten eine möglichst passende Lösung anzubieten. Langfristig wäre es aus meiner Sicht sinnvoll, wenn Arbeitgeber nicht nur im OP, sondern auch auf den Stationen stärker Verantwortung für geeignetes Berufsschuhwerk übernehmen würden. In einer so laufintensiven Branche gibt es hier noch viel Potenzial.

molibso: Mit den Gesundheitstagen schafft ihr einen Anlass, damit sich Beschäftigte auch mit ihrer eigenen Gesundheit beschäftigen können. Welche Rolle spielt dabei die Fuß- und Ganganalyse?

Peter Lachenit: Die Fuß- und Ganganalyse ist ein zentraler Bestandteil unserer Gesundheitstage. Sie ermöglicht uns, nicht einfach irgendeinen Berufsschuh zu empfehlen, sondern für jeden Teilnehmer möglichst individuell nach einer passenden Lösung zu suchen. Dafür vermessen wir die Füße und betrachten je nach eingesetztem System auch das Gangbild. In vielen Fällen finden wir bereits innerhalb unseres Sortiments einen passenden Schuh. Wenn darüber hinaus eine individuellere Versorgung erforderlich ist, können ergänzend auch passende Einlagen berücksichtigt werden.

Gleichzeitig schaffen die Gesundheitstage einen konkreten Anlass, sich mit der eigenen Fußgesundheit auseinanderzusetzen. Im normalen Arbeitsalltag wird dieses Thema häufig verdrängt, bis erste Beschwerden auftreten. Das Interesse an unseren Gesundheitstagen wächst, und wir werden zunehmend auch in größere Gesundheitstage von Krankenhäusern und anderen Einrichtungen eingebunden.

Für Arbeitgeber ist das ein wichtiges Signal an die Beschäftigten: Eure Gesundheit und eure Arbeitsbedingungen sind uns nicht egal. Gerade angesichts des Fachkräftemangels sollten wir alles daransetzen, die vorhandenen Pflegekräfte und Beschäftigten bestmöglich zu unterstützen und gute Voraussetzungen für einen möglichst beschwerdearmen Arbeitsalltag zu schaffen.

Peter Lachenit, nordiska_2

„Genau so muss sich ein Schuh anfühlen.“

molibso: Sowohl mit dem Fit Trailer als auch mit dem easy2go seid ihr regelmäßig direkt bei Krankenhäusern und anderen Einrichtungen vor Ort. Gibt es Rückmeldungen oder Aha-Momente, die euch bei diesen Einsätzen immer wieder begegnen?

Peter Lachenit: Ein wiederkehrender Aha-Moment entsteht bereits bei der Standanalyse. Gerade bei Mitarbeitenden im OP sehen wir, wie stark und wie lange die Füße im Arbeitsalltag belastet werden. Darauf können wir in der anschließenden Beratung sehr gezielt eingehen.

Auch die Ganganalyse sorgt bei vielen Teilnehmenden für Überraschungen. Bestehende Einschränkungen oder Beschwerden können sich auf das Gangbild auswirken, beispielsweise indem unbewusst eine Schonhaltung eingenommen wird. Für viele ist es spannend, die eigenen Bewegungsabläufe einmal sichtbar gemacht zu bekommen und Zusammenhänge besser nachvollziehen zu können.

Der schönste Moment ist für uns aber häufig ein ganz unmittelbarer: Jemand probiert nach der Analyse ein empfohlenes Modell an und sagt sofort: „Genau so muss sich ein Schuh anfühlen.“ Durch die Messung kommen wir schneller zu einer fundierten Auswahl und können gezielter nach dem Schuh suchen, der zu den individuellen Anforderungen passt. Die positiven Reaktionen zeigen uns immer wieder, dass wir mit diesem Ansatz auf dem richtigen Weg sind.

molibso: Seit 2022 arbeiten nordiska und molibso zusammen. Was hat euch ursprünglich überzeugt, die Fuß- und Ganganalyse in euer Beratungsangebot aufzunehmen?

Peter Lachenit: Auf molibso aufmerksam geworden bin ich durch ein Partnerunternehmen, das mir die Systeme empfohlen hat. Nachdem ich mir die Technik und die Analysemöglichkeiten genauer angesehen hatte, war ich schnell überzeugt.

Im Vergleich zu den Verfahren, die ich bis dahin kannte, eröffnet die Kombination aus Stand- und Ganganalyse eine deutlich umfassendere Betrachtung. Ein statischer Fußabdruck oder Scan liefert bereits wichtige Informationen. Wenn zusätzlich das Gangbild betrachtet wird, entsteht jedoch ein wesentlich differenzierteres Gesamtbild.

Genau das entspricht unserem Anspruch bei nordiska: Wir möchten nicht einfach nur Schuhe anbieten, sondern innovative technische Möglichkeiten nutzen, um Pflegekräften, OP-Teams und weiteren Beschäftigten eine möglichst fundierte Empfehlung geben zu können. Wir wollen in unserer Beratung einen Schritt voraus sein und die verfügbaren Möglichkeiten konsequent ausschöpfen. Deshalb hat das System sehr gut zu unserem Zielbild gepasst, und ich war von Beginn an begeistert von der Idee, die Analyse in unser Angebot zu integrieren.

molibso: Gibt es etwas, das ihr durch die Einsätze mit den Systemen gelernt habt und das euch heute in der Beratung anders arbeiten lässt als früher?

Peter Lachenit: Wir haben durch die Einsätze sehr viel über das Stand- und Laufverhalten von Beschäftigten im Gesundheitswesen gelernt. Gerade bei OP-Kräften spielt langes Stehen eine besondere Rolle. Dabei sehen wir beispielsweise immer wieder, wie wichtig eine geeignete Dämpfung, insbesondere im Fersenbereich, sein kann.

Der größte Unterschied zu früher ist aber, dass unsere Empfehlung heute auf einer deutlich breiteren Grundlage beruht. Statt ausschließlich nach Schuhgröße, persönlichem Eindruck oder allgemeinen Erfahrungswerten zu beraten, können wir die individuelle Stand- und Gangsituation einbeziehen. Dadurch kommen wir gezielter zu einer Auswahl, die zum jeweiligen Menschen und seinem Arbeitsalltag passt.

Perspektivisch möchten wir außerdem prüfen, welche Erkenntnisse sich aus der Gesamtheit unserer Analysen für die Produktentwicklung ableiten lassen. Unser Ziel ist es, die nächste Generation unserer OP-Clogs noch gezielter an den tatsächlichen Anforderungen der Anwender auszurichten. Die Analysedaten sollen uns dabei helfen, wiederkehrende Bedürfnisse zu erkennen und daraus eine Lösung zu entwickeln, die möglichst viele davon sinnvoll zusammenführt. Selbstverständlich muss eine solche Auswertung datenschutzkonform und auf einer aggregierten Grundlage erfolgen.

Das easy2go bringt die Analyse direkt zu den Anwendern

molibso: Seit diesem Sommer besitzt ihr ein eigenes easy2go. Was war ausschlaggebend für den Kauf eines eigenen Systems?

Peter Lachenit: Zunächst haben wir mit dem Fit Trailer gearbeitet oder für einzelne Einsätze ein System von molibso ausgeliehen. Die Nachfrage nach unseren Analysen ist jedoch kontinuierlich gestiegen. Das Angebot spricht sich herum, wird weiterempfohlen und spielt auch in unserer eigenen Kommunikation eine immer größere Rolle. Deshalb war für uns irgendwann klar, dass wir ein eigenes, jederzeit verfügbares System benötigen. Unsere besondere Situation ist, dass wir kein klassisches Schuhgeschäft haben, in dem die Kunden dauerhaft zu uns kommen. Unsere Beratung funktioniert am besten, wenn wir zu den Menschen gehen, idealerweise direkt in das Krankenhaus oder sogar in die Nähe ihres Arbeitsplatzes im OP. So können sich Beschäftigte während einer Pause oder in einem freien Zeitfenster vermessen lassen, ohne dafür einen zusätzlichen Termin an einem anderen Ort einplanen zu müssen.

Dafür ist das easy2go ideal. Es lässt sich leicht transportieren, schnell aufbauen und bietet uns die grundlegenden Analyse- und Darstellungsmöglichkeiten, die wir für eine fundierte Beratung vor Ort benötigen. Wir können die Analyse direkt zu den Anwendern bringen, statt darauf zu hoffen, dass sie den Weg zu uns finden.

molibso: Welche Einsatzmöglichkeiten des easy2go habt ihr inzwischen entdeckt? Nutzt ihr es auch für interne Schulungen oder Forschungszwecke?

Peter Lachenit: Der wichtigste Einsatzbereich sind weiterhin Termine direkt bei unseren Kunden. Darüber hinaus nehmen wir das easy2go aber auch zu Messen, Kongressen und Gesundheitstagen mit. Dort ist die kostenlose Fuß- und Ganganalyse ein guter Anziehungspunkt und bietet gleichzeitig einen sinnvollen Gesprächseinstieg.

Auch intern haben wir das System bereits eingesetzt. Wir haben unsere Mitarbeitenden geschult und ihnen die Möglichkeit gegeben, sich selbst vermessen zu lassen. Das ist wichtig, weil man die Aussagekraft der Analyse und den Nutzen für die Beratung viel besser versteht, wenn man den Prozess selbst erlebt hat.

Für konkrete Forschungszwecke haben wir das easy2go bisher noch nicht eingesetzt. Langfristig ist es aber interessant zu untersuchen, ob sich in den Analysen wiederkehrende Muster oder besondere Anforderungen von Beschäftigten im Gesundheitswesen und speziell im OP erkennen lassen. Daraus könnten wertvolle Impulse für unsere Beratung und Produktentwicklung entstehen. Das System ist für uns daher weit mehr als ein Instrument für einzelne Events. Wir entdecken fortlaufend neue Möglichkeiten, es sinnvoll einzusetzen.

molibso: Wo siehst du Potenziale und Chancen für die weitere Zusammenarbeit zwischen nordiska und molibso?

Peter Lachenit: Ich sehe noch erhebliches Potenzial in der Zusammenarbeit. Ein konkretes Thema, an dem wir bereits arbeiten, ist ein orthopädisches Einlagensystem. Dabei können die Ergebnisse der Fuß- und Ganganalyse direkt in die Suche nach einer individuell passenden Lösung einfließen.

An molibso schätzen wir besonders die technische Kompetenz und die Expertise rund um Füße, Bewegung und Analyse. Diese ergänzt sich sehr gut mit unserem Wissen über die Anforderungen im Gesundheitswesen und unserem direkten Zugang zu Pflegekräften, OP-Teams und weiteren Anwendern.

Der nächste Schritt könnte beispielsweise darin bestehen, gemeinsam einen Schuh zu entwickeln, der noch konsequenter an den tatsächlichen Bedürfnissen in der Pflege oder im OP ausgerichtet ist. Durch die Verbindung von Analyse, Praxiserfahrung und Produktentwicklung ergeben sich viele Möglichkeiten. Deshalb sehe ich für die weitere Zusammenarbeit keine enge Grenze. Entscheidend ist, dass daraus Lösungen entstehen, die den Beschäftigten im Gesundheitswesen im Arbeitsalltag einen spürbaren Mehrwert bieten.