Wenn Bürokratie mehr als 30 % der Arbeitszeit kostet

Über 30% Bürokratie

Mehr als 30 Prozent ihrer Betriebszeit wenden Unternehmen der Hilfsmittelbranche laut der Hilfsmittelstudie 2026 der opta data ZukunftsStiftung und der Sigmund Freud Privat Universität Wien für Bürokratie auf. Die Studie zeigt damit deutlich, wie stark Dokumentationspflichten, Krankenkassenverträge und Verwaltungsaufgaben den Arbeitsalltag vieler Betriebe prägen. Gleichzeitig wird klar: Jede Stunde Bürokratie fehlt dort, wo sie eigentlich dringend gebraucht wird – in der Versorgung von Menschen.

Die Studie macht deutlich, vor welchen Herausforderungen die Branche aktuell steht. Neben Fachkräftemangel, Kostendruck und Digitalisierung wird ein Thema besonders häufig genannt: Bürokratie. Dabei handelt es sich längst nicht mehr um ein reines Verwaltungsproblem, sondern um einen Faktor, der direkten Einfluss auf die Versorgung hat.

Zu diesem Ergebnis kommen die Autoren der Studie anhand von 51 Experteninterviews sowie einer Befragung von 896 Fachkräften aus Sanitätshäusern, Homecare-Unternehmen und der Orthopädie(schuh)technik.

Bürokratie bindet wertvolle Ressourcen

Ein Ergebnis sticht besonders hervor: Mehr als 30 Prozent der Betriebszeit entfallen laut Studie auf bürokratische Aufgaben. Gleichzeitig wird der Bürokratieabbau von den Befragten als wichtiger Bestandteil einer attraktiven Branchenzukunft genannt.
Zu den größten Belastungen zählen dabei komplexe Dokumentationspflichten, umfangreiche Nachweispflichten sowie die Vielzahl unterschiedlicher Krankenkassenverträge. Die Studie bezeichnet die Vertragsvielfalt sogar als einen der Haupttreiber bürokratischer Belastungen.

Das Problem dabei: Bürokratie verursacht nicht nur Verwaltungsaufwand. Sie bindet Zeit, die für Beratung, Versorgung und Betreuung von Patienten fehlt.

Wenn Versorgungszeit verloren geht

Besonders deutlich formulieren dies die Autoren der Studie selbst: „Bürokratie ist in der Hilfsmittelbranche kein bloßes Verwaltungsproblem – sie wirkt als messbarer Versorgungsverlust, weil Fachkräftezeit systematisch aus der direkten Patientenversorgung abgezogen wird.“

Diese Aussage verdeutlicht, weshalb das Thema in der Branche derzeit so intensiv diskutiert wird. Während der Versorgungsbedarf steigt und gleichzeitig qualifizierte Fachkräfte fehlen, wächst der administrative Aufwand vieler Betriebe weiter.

Die Folgen zeigen sich im Alltag: Zeit für Beratungsgespräche wird knapper, Prozesse werden komplexer und Fachkräfte verbringen einen immer größeren Teil ihres Arbeitstags mit organisatorischen Aufgaben.

Die Branche wünscht sich mehr Automatisierung

Auch die anonymisierten O-Töne der Studie unterstreichen diesen Wunsch nach Entlastung. So heißt es beispielsweise: „Weniger Bürokratismus, viel automatisiert – ein vernünftiges Zusammenspiel von Mensch und System.“

Dahinter steckt keine Forderung nach weniger Qualität oder geringeren Dokumentationsstandards. Vielmehr wünschen sich die Befragten, dass wiederkehrende und standardisierbare Aufgaben stärker unterstützt oder automatisiert werden.

Der Fokus liegt dabei auf einer einfachen Frage: Wie kann mehr Zeit für die eigentliche Versorgung geschaffen werden?

Über 30% Bürokratie

Digitalisierung kann bürokratische Belastungen reduzieren

Die Hilfsmittelstudie 2026 zeigt an mehreren Stellen, dass Digitalisierung von der Branche vor allem als Entlastungsinstrument verstanden wird. Prozesse sollen vereinfacht, Medienbrüche vermieden und Informationen dort verfügbar gemacht werden, wo sie benötigt werden.
Technologie wird dabei nicht als Selbstzweck betrachtet. Vielmehr soll sie helfen, Verwaltungsaufwand zu reduzieren und Fachkräfte bei ihrer täglichen Arbeit zu unterstützen.

Genau deshalb werden Themen wie Prozessdigitalisierung, digitale Vernetzung und intelligente Informationsflüsse von den Befragten so hoch priorisiert.

Was bedeutet das für die Praxis?

Die Ergebnisse der Hilfsmittelstudie 2026 zeigen deutlich, dass Bürokratie für viele Betriebe längst zu einer strategischen Herausforderung geworden ist. Wer täglich große Teile seiner Arbeitszeit für Dokumentation, Verwaltung und Abstimmung aufwendet, verliert wertvolle Ressourcen für die eigentliche Versorgung.

Genau hier setzen digitale Lösungen von molibso an. Durch die digitale Verknüpfung von Analyse, Beratung, Produktempfehlung und weiteren Prozessschritten können Informationen strukturiert erfasst und entlang des gesamten Versorgungsprozesses genutzt werden. Dadurch lassen sich Medienbrüche reduzieren, Doppelarbeiten vermeiden und Abläufe effizienter gestalten.

So entstehen genau die Entlastungseffekte, die sich viele Befragte der Studie wünschen: weniger Verwaltungsaufwand und mehr Zeit für die Versorgung.

Fazit

Die Hilfsmittelstudie 2026 macht deutlich, dass Bürokratie nicht nur Unternehmen belastet, sondern direkte Auswirkungen auf die Versorgung hat.
Wenn mehr als 30 Prozent der Betriebszeit für administrative Aufgaben aufgewendet werden müssen, wird die effiziente Gestaltung von Prozessen zu einem entscheidenden Faktor. Die Branche sucht daher nicht nach mehr Bürokratie, sondern nach Lösungen, die Fachkräfte entlasten und wertvolle Zeit zurückgeben.